Rauchen in der Gastronomie? Schluss damit.

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Warum wir ein Volksbegehren initiieren

„Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.“ Damit hat Kant alles gesagt. Wer in öffentlichen Lokalen raucht, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern die der anderen. Und schränkt die Rechte der anderen ein. Basta.

Eigentlich müsste man über ein Rauchverbot in Bars, Hotels, Restaurants und Beiseln sowie Kaffeehäusern gar nicht diskutieren – aus Gesundheitsgründen nicht, aus ethischen Gründen nicht und aus gesetzlichen Gründen schon gar nicht.

Nahezu alle Staaten in Europa haben striktes Rauchverbot im geschlossenen öffentlichen Raum, teilweise sogar auch in Parks, auf Badestränden und Freizeitanlagen.

Österreich wäre schlecht beraten, sich um das Schlusslicht zu bewerben. Und rückgängig zu machen, was nach langem Hin und Her beschlossen wurde.
Es sprechen alle Fakten dafür: In jenen Ländern, wo Rauchverbot herrscht, ist die Zahl der an schweren Krankheiten, wie Herzinfarkten, sterbenden Menschen signifikant zurückgegangen.

Die Anzahl der bekennenden Raucher sinkt in allen OECD-Ländern, in denen Rauchverbot herrscht. Der Zigarettenabsatz sinkt.

Sogar die US-Tabakindustrie hat unlängst eine einmalige Kampagne gestartet, in der von den negativen Folgen des Rauchens gewarnt wird. Der Schuldige klagt sich selbst an.

Philipp Morris hat vor zwei Tagen angekündigt, mit der konventionellen Zigaretten- und Tabakproduktion „irgendwann“ Schluss zu machen. Ade Marlboro Man?

Natürlich tut die Tabakindustrie dies nicht aus Reue und Einsicht, oder aus ethischer Rücksichtnahme. Dahinter stecken beinharte Marketingüberlegungen. Philipp Morris ist ein Mischkonzern, der unter anderem auch Lebensmittel vertreibt – auch da nicht immer die gesündesten.

Zudem will man die e-Zigarette forcieren.

Deshalb: Widerstand jetzt.
Eine breite Ablehnung gegen das Rauchergesetz, wie es die Regierung beschlossen hat. Die Ärztekammer für Wien hat den ersten logischen Schritt gesetzt: Einbringung eines Volksbegehrens.

Ich bin sicher, dass wir – mit Unterstützung von Partnern wie Krebshilfe und anderen Organisationen – die notwendige Anzahl von Unterstützungserklärungen rasch erreichen werden.

Und wir werden nicht aufhören, öffentlichen Druck auszuüben. Das sind wir unserem Ethos, der Verantwortung für gesunde Menschen und unserem gesellschaftspolitischen Engagement einfach schuldig.

Mit dem Rauchverbot allein ist es nicht getan. Wir brauchen nachhaltige Aufklärungskampagnen, wir müssen vor allem die Jugend dazu bringen, dass sie von selbst erkennt: Don’t smoke!

Wir müssen Prävention wesentlich weiter fassen: Werbung für gesunde Ernährung, mehr Bewegung, maßvoller Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln.

Verbote allein bewirken nichts, das wissen wir. Aber sie sind der erste vernünftige Schritt.

Was gleichzeitig folgen muss, ist eine Kampagne für gesundes Leben. Und für die Selbstverantwortung des Menschen.

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit der anderen beginnt.
Das trifft auf die gesamte Gesundheitsversorgung und Sozialpolitik zu.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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