Jetzt wird es ernst mit dem Rauchverbot

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Ärztekammer und Krebshilfe reichen Petition ein

Mehr als 400.000 Unterstützer der Don‘t Smoke-Initiative, gegen die Aufhebung des Rauchverbotes in der Gastronomie. Jetzt geht es los. Ich bin zuversichtlich, dass wir genügend Druck ausüben können, dass die Politik noch einmal nachdenkt – und revidiert.

Österreich kann es sich nicht leisten, Insel für selige Raucher zu sein, allein auf weiter Flur. Schon aus Imagegründen. Noch stärker aber aus gesundheitspolitischen Motiven.

Und auch aus dem Aspekt der Freiheit heraus. Die Freiheit des Einen endet dort, wo er die Freiheit des Anderen gefährdet. Raucher gefährden nicht nur sich, sondern auch ihre Nachbarn. Insbesondere in Lokalen. Wie kommen Angestellte dazu, unter gesundheitlich schädlichen Bedingungen zu arbeiten.

Und generell: Wir müssen endlich ein starkes Bekenntnis zum Nichtrauchen abgeben. Auf breiter Ebene. Österreichs Jugendliche rauchen – und trinken – mehr als die meisten Jugendlichen in den OECD-Staaten, unsere Krebsraten werden signifikant weiter steigen.

Das alles sind handfeste und wissenschaftlich fundierte Argumente gegen Rauchen: überall in öffentlichen geschlossenen Räumen. Nicht nur in der Gastronomie und Hotellerie.

Die Tabakwirtschaft und deren Lobbyisten denken bereits um. Wollen wir die letzten vorgestrigen Verteidiger sein?

Es geht jetzt darum, auf breiter Ebene zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Wir Ärzte werden alles tun, um die Bevölkerung aufzuklären – in den Ordinationen, in den Krankenhäusern und Ambulatorien. Und selbstverständlich auch in den Schulen und gemeinsam mit jenen Medien, die sich gegen Rauchen aussprechen. Das sind die Meisten in Österreich.

Ich verweise auch auf die wachsende Anzahl von Gastronomen, die freiwillig Nichtraucherlokale werden. Ich verweise auf viele Raucher, die gegen Rauchen in Lokalen sind. Und ich verweise auf Beispiele aus Ländern mit striktem Rauchverbot: Dort sinkt die Anzahl der Lungenkrebspatienten, dort siegt das Gesundheitsbewusstsein, und dort bessert sich auch das allgemeine Ernährungsbewusstsein.

Es genügt nicht, wenn wir stolz auf unsere Skihelden sind und uns als Sportnation fühlen. Wir selber müssen dazu beitragen, dass es ein gesünderes Österreich gibt.

Das Rauchverbot ist der erste Schritt.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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