Der erste Schritt – und ein voller Erfolg

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Der Kampf gegen Rauchen in der Gastronomie beginnt

Das Medienecho: überwältigend. Das Interesse: deutlich höher als erwartet. Jetzt geht es darum, möglichst viele Unterstützungserklärungen und dann Stimmen zu erzielen, um die Regierung umzustimmen. Es gibt jetzt schon viele Abgeordnete, die aus ethischen Gründen gegen die Aufhebung des Rauchverbotes sind.

Es scheint, als würden das Gesundheitsbewusstsein und das Engagement der Österreicher höher sein, als gedacht: Hunderttausende haben bekundet, dass sie das Volksbegehren unterschreiben werden, und zahlreiche Gastronomen wollen freiwillig rauchfreie Zone werden. Auch wenn kurzfristig einige Stammgäste ausbleiben. Vernunft ist leise, aber sie setzt sich durch, hat Sigmund Freud geschrieben.

Er hatte recht. Diesmal aber ist Vernunft sogar laut.

Wenn die Regierung ihr Versprechen, mehr direkte Demokratie zuzulassen, ja sogar zu fördern, ernst meint, muss sie auf die Antiraucher-Bewegung hören. Und Beschlüsse revidieren. Noch dazu, da die Fakten auf dem Tisch liegen: 13.000 Krebstote im Jahr, zurückzuführen auf Rauchen, enorme Kosten für die Behandlung von rauchgeschädigten Menschen – es geht nicht nur um Lungenkrebs, sondern um andere Folgeschäden vom Raucherbein bis zur frühzeitigen Arteriosklerose oder CPD.

Es ist erwiesen, dass mittel- und langfristig die Zahl der Lungenkrebserkrankungen zurückgeht, wenn Rauchverbot im öffentlichen Raum herrscht. Das zeigen Statistiken aus Irland und Italien, wo das Verbot am striktesten durchgeführt wird.

In den Bundesländern kippt die Stimmung. In Wien will man beispielsweise die Unterschriftensammlung erleichtern, in dem an zentralen Standorten Annahmestellen eingerichtet werden, damit die Menschen nicht den mühsamen Weg in die Magistratsämter nehmen müssen.

Wie gesagt, wir Ärzte orten überall Aufbruchsstimmung und werden in Krankenhäusern und Ordinationen Information auflegen.

Für ein gesundes Österreich, für ein neues Gesundheitsbewusstsein, dass sich nicht nur in der Ablehnung des Rauchens manifestiert, sondern auch in anderen Bereichen: Alkohol, gesunde und ausgewogene Ernährung, Bewegung und Umweltschutz.

Medizin hat nicht nur die Aufgabe, Krankheiten zu lindern oder zu heilen, sondern primär zu achten, dass Menschen so lange und so gut wie möglich gesund sind: Gesundheitserhaltung statt Intervention. Das sollte auch das Motto einer vernünftigen, nachhaltigen und vorausblickenden Gesundheitspolitik sein.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
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