Die frischen Besen mögen kehren

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Ende des rasenden Stillstands in der Wiener Gesundheitspolitik?

Nun sind die Management-Stadträte an der Macht in Wien. Programmatiker sowie Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker und Finanzstadtrat Peter Hanke. Beide wissen wie Organisationen zu führen sind, beide kommen aus der Praxis und sind in der Lage, rasch zu handeln. Das ist einmal positiv – auch für die Brennpunkte der Gesundheitsversorgung.

Die Gesundheits-und Sozialausgaben – etwa 1 Milliarde – sind einer der größten Budgetposten in Wien und sie werden nicht geringer werden. Notwendige Neubauten und Umbauten sowie Investitionen in Technik und Kommunikationstechnologie, vor allem aber Investitionen in „Humanressourcen“ sind bitter notwendig.

Es ist dem „Macher“ Peter Hacker zuzutrauen, dass er relativ rasch Ordnung in den KAV bringt, eine rasche Bestandsanalyse in Sachen KH Nord auf den Tisch legt und sich entscheidet, wer den technischen Betrieb in Zukunft managen wird – die Stadt Wien mit ihren Kräften wird es nicht schaffen. Die rasche Betriebsaufnahme ist ebenso wichtig, wie eine Personalübersicht: Wie viele Ärzte werden in diesem Jahr und in den kommenden fünf Jahren im Krankenhausbereich benötigt, um den Betrieb auf gleichen Niveau aufrechtzuerhalten? Schließlich ist das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft, was derzeit bereits zu Versorgungsengpässen führt und einen Mehrbedarf an Ärztinnen und Ärzten zur Folge hat.

Wie viele Kassenstellen – im allgemeinmedizinischen Bereich sowie in den schon bekannten Mangelfächern sind notwendig und wie viele Ressourcen kann man für eine ordentliche Ausbildung der Absolventen aufbringen?

Der Finanzstadtrat der sparen muss, wird entscheiden müssen, wie viel Gesundheit ihm und der Sozialstadt Wien wert ist und wo er Schwerpunkte setzen will

Immerhin: Wir haben es – inklusive Bürgermeister – in Zukunft mit diskursfähigen, kompromisserfahrenen Politikern zu tun. Das gibt Hoffnung auf Begegnung auf gleicher Höhe, ohne Ärztebashing und versteckte Finten, wie in der Vergangenheit.

Erste Kooperationen gibt es bereits: In Akkordanz mit der Wohnbauplanung werden Praxen und Ordinationen sondiert, sodass parallel zur Stadterweiterung auch eine wohnortnahe Erstversorgung garantiert ist.

Rettung und Ärztefunkdienst werden noch enger zusammenarbeiten und so die mobilen Services verbessern und es gibt auch eine Lösung für die Balken zwischen Krankenhausambulanzen und niedergelassenen Erstversorgungsstellen, die Stadt Wien finanziert den rezenten Kassenabschluss mit der Gebietskrankenkasse mit, damit mehr Kassenplanstellen geschaffen werden können.

Es scheint doch etwas weiterzugehen in einer Stadt, die in den vergangenen Monaten gelähmt schien.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

 

 

 

 

 

 

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