Gesundheit zuerst! Und Wohlbefinden zugleich !

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Weltnichtrauchertag. Und das Volksbegehren, mit initiiert von der Ärztekammer. Es startet im Oktober. Zwei Anlässe über Gesundheitspolitik nachzudenken. Und über gesundes Leben. In der aktuellen Fassung des Hippokratischen Eides, verbindlich für alle Ärzte, steht erstmals explizit, dass dem Wohlbefinden des Patienten gleicher Stellenwert zukommt, wie die physische Gesundheit. Darum geht es: Gesundheitspolitik ist dazu da, um Gesundheit so lange wie möglich zu erhalten und Krankheit zu vermeiden. Mit einem Wort: zum gesunden Leben zu erziehen.

Gesundes Leben heißt nicht, dass man nicht einmal über die Stränge schlagen darf: beim Essen, Trinken und von mir aus auch beim Rauchen. Wir gehen vom selbstverantworteten  Mensch aus, der Rücksicht auf die anderen nimmt. Eine Politik der Verbote und Interventionsmaßnahmen bringt nichts. Gefragt sind Aufklärung, Erziehung, Vorsorge  und Präventionsbewusstsein.

Je weniger adipöse Kinder wir haben, je weniger Jugendliche mit dem Rauchen und Trinken beginnen, umso gesünder werden sie leben. Je mehr in den Schulen auf gesunde Ernährung wert gelegt wird, umso gesünder und wohler fühlen sich die Schüler. Wien ist hier schon sehr gut, wie eine unlängst erhobene Studie zeigt.

Was nichts bringt, sind hingegen Streitereien über Krankenkassensysteme, Selbstverwaltung der Sozialversicherung und Abschaffung von Funktionären. Die Medizin lehrt uns: Es tut gut, überschüssiges Fett abzubauen. Wer allerdings zu sehr abnimmt, gefährdet den Körper.

Wer zu tiefe Einschnitte in ein funktionierendes Gesundheitssystem macht, bringt es zum Ausbluten. Das hilft niemandem. Im Gegenteil: Es führt zu noch mehr Kosten und zu einer noch größeren Schere zwischen arm und reich.

In den USA bekommt man ohne gedeckte und gezückte Kreditkarte nicht einmal Einlass zu einem Arzt. Wollen wir das haben?

Und wollen wir, dass ausschließlich zentral entschieden wird, in welchem Ort wohnortnahe Versorgung notwendig ist und wo nicht.

Wir brauchen drei Komponenten : eine High-Tech-Medizin, die ständig Fortschritte macht, High-Speed-Breitbandkommunikation, statt PDF-System wie bei ELGA auf der Kriechspur, und mehr direkte Zuwendung seitens des Arztes- dafür muss er Zeit haben und ordnungsgemäß honoriert werden. Alles zu vereinbaren geht: mit mehr Ressourcen und einem Bekenntnis zu einem gesunden Österreich.

Dann brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, dass Politiker immer häufiger krank werden – sie sollten mehr auf das allgemeine Wohlbefinden achten. Aktionismus überlastet den Kreislauf

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt. 

 

 

 

 

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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