Exzellent – das AKH ! Investieren wir in Europas größtes Krankenhaus

7,454 total views, 5 views today

Die Transplantation bei Niki Lauda hat international für Schlagzeilen gesorgt und das AKH als Exzellenz-Spital mit herausragenden Ärzten und – noch – guter Infrastruktur im besten Licht gezeigt. Die Erkenntnis: Lassen wir das AKH nicht im Stich. Investieren wir, sichern wir auch in Zukunft die Exzellenzunits an dieser Klinik und damit auch die Qualität der Ausbildung. Es ist die beste Investition in das wissenschaftliche Image des Forschungsstandortes Österreichs.

Der Fall Lauda hat aber auch eines aufgezeigt: Organverpflanzungen werden weltweit mehr – dank steigendem Lebensalter und steigender Altersgesundheit – die Ressourcen werden kleiner. Österreich hat – neben skandinavischen Ländern und Spanien – ein vorbildliches Organspendergesetz. Man muss nicht erst aktiv zustimmen, dass seine Organe für Transplantationen verwendet werden. Wer es nicht will, muss es deklarieren. Opt out statt Opt in.

Wenn ein derartiges Gesetz europaweit gelten würde, würde es der Medizin nutzen und noch mehr Menschen das Leben retten. Und das Bewusstsein in Sachen Organspende befruchten. Derzeit herrschen weitgehend noch Vorurteile und Ängste.

Österreich sollte – gerade am Fall Lauda – zeigen, wie gut derartige Gesetze funktionieren und sich Zeiten des Ratsvorsitzes um eine europaweite Gesetzgebung bemühen. Ein kleiner Schritt vielleicht nur aber ein Wesentlicher.

Und zum Zweiten: Wir brauchen neben einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung auch den Ausbau der Spitzenmedizin. Eine neue – dritte – Wiener medizinische Schule. Einen Schub an international, renommierten Forschern und Wissenschaftern, die gerne nach Wien kommen um hier zu wirken. Das erzeugt eine gewaltige Sogwirkung.

Nicht zuschauen, wie  Kapazunder wieProfessor Penninger wieder abwandern, talentierte Studierende ins Ausland gehen und nicht mehr zurückkehren, sondern konsequent an der Attraktivierung des Standortes arbeiten.
Damit sind wir wieder beim AKH. Das AKH braucht Mittel, Investitionen in Technologie, bildgebende Verfahren, Breitbandinfrastruktur und vor allem Humanressourcen. Es sollte nicht soweit kommen, dass Forschung nur mehr in der Freizeit stattfindet und gleichzeitig Ärzte total überlastet sind, weil der Tagesbetrieb zu viel Kräfte bindet.

Die MedUni und das AKH sind in vielen Bereichen noch Vorbild und europaweit führend. Transplantationsmedizin, Dermatologie, Onkologie, Immunologie und Tropenmedizin, kardiovaskuläre Medizin und medizinische Bildgebung. Es gibt in Anbindung an die MUW Exzellenzinstitute wie das CEEM und das Christian Doppler Institut.

Da muss investiert werden – es rechnet sich schon doppelt und dreifach.

Österreich hat Potential, wieder zu einem mitteleuropäischen, medizinischen Exzellenzentrum zu werden. Damit verhindern wir Brain Drain, ziehen hochrangige Studierende und Forschende nach Wien und in Folge auch große Unternehmen, die hier Forschung betreiben. Damit sichert man die Zukunft eines Landes ab, nicht durch Mauerbau, Tunnelkonstruktionen und Abschottung.

Nochmals: Danke an die exzellenten Ärzte im AKH und beste Genesungswünsche an Niki Lauda. Vielleicht wird er noch zum Botschafter der österreichischen Spitzenmedizin.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

 

Kommentar verfassen