Schulbeginn – Rauchverbot und einheitliche Schulreife – warum nicht auch Gesundheit testen

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Mehr als 80.000 Kinder beginnen in diesen Wochen mit der Schule. Es erwartet sie und die übrigen Schüler einiges Neues: Absolutes Rauchverbot, auch für Lehrer und Besucher. Eine sinnvolle, längst überfällige und notwendige Maßnahme. Und es wird – für das nächste Schuljahr -, erstmals verbindliche Schulreife-Tests geben. Auch das ist vernünftig und wirft Fragen auf: Warum nicht auch gleich Gesundheitstests

Wir haben zu wenige Daten über die Gesundheit österreichischer Kinder und Jugendliche. OECD-Statistiken sagen uns, dass es um die Gesundheit der Schüler und Jugendliche schlecht bestellt ist -im internationalen Vergleich.

Wir sind auch in Punkto Prävention eher Schlusslicht als Top. Das Rauchverbot, ein winziger Schritt, ist ein erster vernünftiger Schritt dazu.

Ein Gesundheitstest parallel zum Eignungstest – Volksschule oder Vorschule – wäre ein weiterer, wichtiger Schritt. Immerhin würden damit 80.000 bis 90.000 Schüler erstmals systematisch erfasst.

Wenn es gelingt, die Impfdebatte zu entkrampfen und zu entemotionalisieren wäre ein weiterer wichtiger Schritt getan und dann noch: Realisierung der schon lange versprochenen täglichen Turnstunde und Einführung eines flächendeckenden Gesundheit-s und Ernährungsunterrichts . Übrigens kann man hier auch digitale Tools verwenden, was ohnehin im Sinne der Schnellreform ist.

Apropos Rauchverbot: In wenigen Wochen beginnt die entschiedene Phase für das Volksbegehren gegen Rauchen in der Gastronomie und Hotellerie. Das Thema ist in den vergangenen Wochen kaum angesprochen worden. Aber es hat sich einiges getan: Immer mehr Tourismusgemeinden haben kollektives Rauchverbot auf freiwilliger Basis eingeführt, immer mehr Gastrobetriebe haben aus eigenen Stücken auf „rauchfrei“ umgestellt. Die meisten davon offensichtlich mit Erfolg – und ohne ökonomische Verluste.

Seitens der Ärztekammer werden wir das Thema in den nächsten Tagen wieder aufs Tablet bringen: die sensationellen Anfangserfolge sollten nicht dazu führen, dass das Interesse nunmehr erlahmt. Obwohl es kompliziert wird, das Volksbegehren zu unterschreiben.

Deshalb sind mobile Services angedacht um die Bürger in ihrem Alltag abzuholen. Unterschreiben auf dem Weg zur Arbeit.

Der Erfolg des Antirauch-Volksbegehren wird auch eine Messlatte für die demokratische Verfasstheitkeit des Landes und das Gesundheitsbewusstsein der Österreicher.

Deshalb: So früh wie möglich mit Vorsorge, Bewusstseinsbildung und Maßnahmen für ein gesundes Leben beginnen. Und zwar in der Schule.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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