Und jetzt: Ein Präventionsgesetz und -Budget. Das Don’t-Smoke-Volksbegehren als Auftakt für eine Präventionsoffensive

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Nutzen wir den Schwung und den Optimismus, den der rege Zuspruch zum Anti-Raucher- Volksbegehren mit sich bringt und fordern wir endlich ein fix definiertes Präventionsbudget. Es wäre an der Zeit. Geboten ist es allemal: Österreich ist auf verlorenem Posten in Sachen Gesundheitsvorsorge.

Ziel ist ein integriertes Gesundheitsbudget für Prävention und Pflege und das neben den bisherigen Agenden. Und für Prävention muss ein konziser Plan mit einem konzisen Budget erstellt werden.

Das beginnt bei konsequenter schulärtzlicher und motorsicher Begleitung in den Kindergärten und Schulen, bei jährlichen Gesundheitsuntersuchungen, die einen westlich umfassenderen Leistungskatalog haben – insbesondere etwa Koloskopie – und stärkerer Berücksichtigung der betrieblichen Gesundheitsprävention und gesundheitsfördernden Maßnahmen am Arbeitsplatz, und führt weiter zu einem validierten Früherkennungsprogramm.

Alleine dadurch würden langfristig Milliarden Euro für spätere Gesundheitsausgaben gespart werden, könnten chronische Krankheiten reduziert und das allgemeine Gesundheitsbild der Österreicher deutlich verbessert werden.

Präventionsoffensive heißt auch Informationsoffensive, die gemeinsam von den Gesundheitsbehörden, den Schulen, den Unternehmen und der Ernährungsindustrie getragen werden müssten.

Schließlich haben auch Unternehmen hohes Interesse an gesunden und belastbaren Mitarbeitern und profitiert die Lebensmittelindustrie von bewussten Konsumenten.

Dass damit positive volkswirtschaftliche Effekte ausgelöst werden, ist evident. Man muss lediglich umdenken.

Alleine das Rauchverbot in der Gastronomie und Hotellerie, so prognostizieren seriöse Studien, bringt nicht nur mehr an Gesundheit, weniger an Behandlungskosten, sondern auch Mehrumsatz und -ertrag in der Gastronomie.

Untersuchungen zeigen, dass gerade in gastronomischen Berufen der Lehrlingsmangel am stärksten ist. Es liegt auch daran, dass das Image nicht besonders hoch ist und die Gesundheitsgefährdung beträchtlich: zum Beispiel durch Mitrauchen oder Passivrauchen.

Österreich war das letzte Land Europas, das die Rundfunkmonopole aufgehoben hat. Es sollte zumindest nicht das letzte Land sein, das Rauchen in der Gastronomie erlaubt.

Packen wir‘s an: Zuerst die Regierung veranlassen, das Rauchverbot so umzusetzen wie es bereits einmal beschlossen wurde und gleichzeitig ein Präventionsbudget zu beschließen. Steuereinnahmen gibt es ja genug, wie man mitgeteilt erhielt. Und merke: Das Geld stammt direkt von den Bürgern. Sie sollten mitbestimmen, wie es eingesetzt wird. Vor allem, wenn es um Gesundheit und das Wohlbefinden der kommenden Generationen geht.

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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