Wenn Ärzte Ärzte anstellen können… …ist ein erster wichtiger Schritt getan

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Die Erweiterung des Ärztegesetzes sieht vor, dass künftig Ärzte auch  Ärzte anstellen können. Damit wird es einfacher, Gruppenpraxen zu errichten oder Teilzeitbeschäftigung auszuüben – das ist vor allem für alleinerziehende Frauen und Männer interessant. Und es ermöglicht die Ausweitung der Ordinationszeiten. Zum Beispiel bis zu den Tagesrändern und am Wochenende.

Die Basis ist da. Was fehlt sind die pekuniären Voraussetzungen. Das heißt, ordentliche und leistungsgerechte Honorare vor allem für Allgemeinmediziner oder Fächer mit hohem Zuwendungs- und Beratungsaufwand.

Es könnte künftig auch einfacher sein, Hausbesuche zu absolvieren – wiederum, wenn die Honorare erhöht werden. Derzeit verdient jeder Handwerker deutlich mehr als ein Arzt für den Hausbesuch. Und erhält selbstverständlich Wegzeit refundiert.

Es wird in Zukunft vielleicht mehr Wahlärzte geben, welche die Unsicherheit des selbständig seins gegen eine sichere Anstellung tauschen wollen. Es wird vielleicht auch einfacher sein zu switchen. Ein paar Jahre in einem Krankenhaus und dann eine Anstellung in einer Gruppenpraxis oder bei einem Facharzt. Das erweitert den Horizont und bedeutet unter Umständen ein mehr an Lebensqualität.

Wie gesagt, alles gut so weit. Wenn man bereit ist für ärztliche Leistungen auch mehr zu bezahlen und beispielsweise Honorare für Erstbetreuung und Diagnose festsetzt, wie beispielsweise in Vorarlberg schon der Fall ist.

Eines darf man sich aber nicht erwarten: dass sich damit der Ärztemangel in Luft auflösen könnte. Es wird aber eventuell zu Umschichtungen kommen. Und zu einer Korrektur der derzeitigen Asymmetrie.

Ich wiederhole unsere Forderungen: Die von der Regierung angesagten Ersparnisse von 1 Milliarde Euro durch die Reform der Krankenkassen muss in das Gesundheitssystem investiert werden-jetzt und nicht erst in vielen Jahren. Und direkt dem Patienten zu Gute kommen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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