Mehr Ärzte. Mehr Menschen in Gesundheitsberufen. Mehr KI zur Entlastung der Menschen.

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Alle Experten sind sich einig. Das zweite Jahrzehnt dieses Jahrhunderts wird von KI (Künstlicher Intelligenz) geprägt sein. Selbstdenkende Roboter und implantierte Chips in Textilien, Smart-Housing und Smart-Living. Eine neue Dimension für Pflege könnte sich auftun. Gleichzeitig eine Entlastung für Pflegefachkräften und bessere Services für Kranke und Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen.

Das alles kann aber niemals Ersatz für die persönliche Zuwendung sein, für die individuelle Diagnose und individuelle Therapie. Ein kundiger Arzt und ein erfahrener Pfleger sind Hilfsmaschinen und Computer-Analysen haushoch überlegen. Weil sie über Empathie und Verknüpfungsintelligenz verfügen.

Dennoch: KI kann dabei helfen, den Personalnotstand zumindest zu lindern und Asymmetrien zu harmonisieren. Denn, vielfach werden medizinische Fachkräfte unter ihrem Ausbildungsniveau eingesetzt, das trifft auch auf viele Turnusärzte und Ärzte in Ausbildung zu.

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung wird eine Symbiose zwischen maschineller, künstlicher Intelligenz und Empathie getriebener Humanmedizin sein. Nur so lassen sich solide Strukturen, zum Nutzen der Patienten und Pflegebedürftigen, aufbauen.

Dafür braucht es Geld. Mehr Geld für die Honorierung von Ärzten, mehr Geld für flexible Arbeitsmodelle und Kooperationen. Mehr Geld für Forschung und Vernetzung.

Und vor allem auch neue Ausbildungs- und Weiterbildungsmodelle und wesentlich mehr Prävention und Aufklärung. In den Schulen, in den Lehrbetrieben und auch in der Berufsbildung im Allgemeinen. Es bedarf vor allem eines: des absoluten und uneingeschränkten Bekenntnisses zur sozial gerechten öffentlichen Gesundheitsversorgung.

Es wäre kontraproduktiv, die Beiträge für die Krankenkassen zu senken, weil damit die Spaltung zwischen privater und öffentlicher Gesundheitsversorgung noch tiefer würde.

Wir alle wissen – und das ist keine Binsenwahrheit – die größten Befürchtungen und Ängste der Menschen betreffen Gesundheit und Pflege. Und das sollte man ernst nehmen. Darüberfahren geht nicht.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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