Musterung ohne Wert? Immer mehr Untaugliche – Mehr Vorsorge dinglich angesagt!

660 total views, 5 views today

28,5  Prozent der Wiener wehrpflichtigen Jugendlichen sind nicht tauglich für den Dienst. Damit liegt Wien an der Spitze der österreichischen Bundesländer. Die Gründe: Übergewicht, allgemeine psychische und physische Schwäche, Hör- und Augenschäden, mangelnde Koordinationsfähigkeit. Das darf nicht sein. Gesundheitserziehung und Sport in der Schule sind dringlich zu forcieren.

Österreichische Jugend ist nicht gesund, ernährt sich falsch, trinkt und raucht zu viel. Das bestätigen OECD-Berichte seit Jahren. Und seit Jahren warnt die Ärztekammer und fordert verpflichtenden Mobilitäts- und Gesundheitsunterricht an den Schulen, die tägliche Turnstunde und eine jährliche Gesundenuntersuchungen durch Schulärzte.

Die tägliche Turnstunde – seit 4 Jahren zugesagt – ist immer noch nicht flächendeckend durchgesetzt, Ernährungsunterricht gibt es kaum. 13 Prozent der Wiener Kinder und Jugendliche sind adipös oder an der Schwelle dazu. Das sind die Diabetiker von morgen. Hör- und Augenschäden nehmen dramatisch zu.

Die WHO empfiehlt zumindest 3 Stunden Bewegung oder Turnunterricht pro Woche. Österreich liegt – selbst, wenn es nach Lehrplan geht, der kaum eingehalten wird – deutlich darunter.

Wenn wir nicht intensiv in Vorsorge investieren haben wir 20 Jahren eine kranke Erwerbsgesellschaft mit signifikant hohen chronischen Leiden: Sehschwächen, Hörschäden, chronische Rückenleiden, Diabetes, aber auch psychische Probleme.

Die Lebenserwartung ist derzeit im Steigen, zu befürchten ist, dass sie mit der nächsten und übernächsten Generation wieder sinkt, wenn wir nicht etwas tun.

Abgesehen von den medizinischen Aspekten. Es ergeben sich für die Volkswirtschaft in Zukunft große Probleme: Der Ausfall von kranken Erwerbstätigen kostet Milliarden. Die könnte man sich ersparen, würde man jetzt vorsorgen, den Gesundheitsunterricht in Schulen forcieren, Bewegungstraining in den Schulen ernst nehmen und endlich auch mehr Kommunikation in Sachen Ernährung betreiben.

Solange Volksschüler mit ihrem Taschengeld vor Schulbeginn rasch beim Supermarkt eine Cola kaufen und einen Snack essen, wird sich das Gesundheitsbild kaum ändern.

Aufgerufen sind Staat, Handel aber auch die Eltern. Tun wir etwas für die nachhaltige Gesundheit.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

Kommentar verfassen