Killervirus Social Media ? Die Web-Giganten zeigen sich einsichtig und lehnen nun Werbung und Fake-Informationen von Impfgegnern ab.

685 total views, 15 views today

Dass Impfgegner über stärkere mediale Lobbies verfügen als Impfbefürworter, stieß manchem bitter auf. Vor allem die sozialen Medien haben Impf-Fakes liebend gern verbreitet.

Nun zeigen sie sich reuig. Und versprechen, irrationale Argumente, Botschaften und Videos nicht mehr sichtbar zu machen. Soll man den Beteuerungen Glauben schenken? Generell scheint Skepsis angebracht.

YouTube hat vor wenigen Tagen angekündigt, Videokanäle von Impfgegnern weltweit den Geldhahn abzudrehen. Pinterest, das vor allem von Frauen stark genutzt wird, zeigt bei Suche nach Vaccination oder Vaccine keine Treffer mehr an, und Facebook will auf Basis von Informationen durch die WHO streng gegen „Vaccine Hoaxes“ (Impftäuschungen) vorzugehen.

Wird sich danach etwas ändern? Wird sich die schweigende Mehrheit der Impfbefürworter durchsetzen?

Schon die Forderung der Ärztekammer, dass man künftig einen Impfnachweis erbringen müsse, um im Kindergarten oder Hort aufgenommen zu werden, hat für Wirbel gesorgt. Dabei geht es nicht um ein generelles Impfgebot, sondern um Vorsorge bei zuletzt stark steigenden Erkrankungen und Krankheiten, wie etwa Masern, die durchaus tödlich enden können.

Sozial Medien haben enorme Macht und verschafften den Impfgegnern und deren zum Teil haarsträubenden Argumenten hohe, zu hohe Präsenz. Nun also die Abkehr.

Diese Selbstbeschränkung sollte sich nicht nur auf das Impfen beschränken, sondern auf weite Teile der Gesundheitsversorgung und Medizin.

Die Tendenz, dem Dr. Google mehr zu vertrauen als dem Arzt, nimmt zu. Und die Neigung, sich selbst Therapien zu verordnen und diese dem Arzt  zu oktroyieren, ebenfalls.

Das Zweite sind die unzähligen Apps, deren Glaubwürdigkeit und Seriosität zumindest zu hinterfragen ist. Auch hier sind die sozialen Medien gefordert, einzugreifen. Zum Schutz ihrer Konsumenten, die ihnen oft arglos und naiv Daten anvertrauen.

Was wir brauchen, sind wieder Verantwortlichkeit, Vertrauen – und vor allem den professionellen Umgang mit sozialen Medien, sonst erdrückt uns die Fakeflut irgendwann einmal.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

Kommentar verfassen