Tod durch Lungenkrebs ! Europaweite Prognose der Todesfälle 2019: 183.200 Männer, 96.800 Frauen.

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Lungenkrebs ist – immer noch – die häufigste Krebserkrankung und hauptverantwortlich dafür ist das Rauchen. Das sind die Ergebnisse einer Studie einer internationalen Forschungsgruppe an der Universität Mailand, die WHO-Daten und EU-Statistiken miteinander verknüpften. Das ist ein Alarmzeichen: Stoppt das Rauchen in der Gastronomie und investiert mehr in den Nichtraucherschutz und in die Aufklärung.

Insgesamt 1,4 Millionen EU-Bürger werden heuer an Krebs sterben, nahezu ein Fünftel an Lungenkrebs. Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weiter, vor allem wegen der alternden Bevölkerung.

Trotzdem, so die Forscher, sinkt das Risiko des Einzelnen an Krebs zu sterben. Dank der Fortschritte in der Medizin. Lediglich bei den Rauchern steigt die Krebsgefahr signifikant weiter an.

Das sollte alle alarmieren, vor allem die Regierung, die sich ernsthaft weigerte, das Volksbegehren gegen das Rauchen in der Gastronomie wirklich ernstzunehmend. Das zeigt auch die jüngste Enquete im Parlament.

Mit der „Freiheit des Einzelnen“ zu argumentieren ist zynisch, angesichts der vielen Betroffenen. Noch immer gilt der Denkansatz der Demokratie. Die Freiheit des einzelnen endet dort, wo die Freiheit des anderen gefährdet ist.

Und sie endet zumindest dort, wo der öffentliche Raum beginnt. Man wird und will dem Bürger keine Vorschriften machen was er in seinen eigenen vier Wänden macht. Aber, in dem Moment, wo er in die Öffentlichkeit tritt, gelten Gesetze, und endet die schrankenlose persönliche Freiheit des Einzelnen.

Wir sind trotzdem sicher, dass irgendwann einmal – frei nach Freud – die Vernunft sich ihren Weg bahnt, leise und beharrlich.

In allen Ländern, wo es seit Jahren bereits ein Rauchverbot in der Gastronomie und anderen Teilen des öffentlichen Raumes gibt, ist die Zahl der Lungenkrebserlangungen gesunken. Das ist erwiesen.

Österreich ist in Sachen Gesundheitsbewusstsein ohnehin ein Nachzügler in Europa. Zu viel Alkohol, zu viel Zucker, zu fettes Essen und zu viel Salz. Zu wenig Gemüse und Bewegung aber ein signifikant hoher Anteil an Rauchern.

Es ist absurd, dass die Medizin gerade in der Krebsbekämpfung große Fortschritte macht, aber das Gesundheitsbewusstsein – oder auch die gesetzlichen Grundlagen – dem nachhinken.

Letztendlich desavouiert man damit auch die Forschung.

Nochmals – und immer wieder – Schluss mit dem Rauchen in der Gastronomie. Und Kampf dem Lungenkrebstod.

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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