Die Deutschen strafen Impfverweigerer ab. Bis zu 2500 Euro Strafe und Kindergarten Besuchsverbot.

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Der deutsche Gesundheitsminister macht Ernst : „Ich will die Masern ausrotten“ sagt er angesichts der mehr als 330 Masern Erkrankungen  alleine in diesem Jahr. Und der Tatsache, dass die Durchimpfungsquote bei Kindern lediglich 93 Prozent beträgt. Die Kosten von 60 Euro übernimmt die Kasse, künftig soll man sich bei allen Ärzten impfen lassen können (außer Zahnärzte). Wer nicht gegen Masern geimpft ist, darf auch nicht im Kindergarten aufgenommen werden. Das sollte wirken-vor allem bei Eltern.

In 12 EU Ländern, darunter Frankreich Italien und Belgien sowie sämtliche östliche Nachbarstaaten Österreichs, herrscht Impflicht. Dort gibt es auch kaum Masernfälle. In weiteren Ländern ist die Impflicht für den Besuch von Kindergärten und Vorschulen gegeben. Österreich und Deutschland sowie Uk, Spanien und Portugal bilden -noch – eine Ausnahme.

Was nun in Deutschland eingeführt werden soll, sollte auch für Österreich gelten, wobei man über die Höhe der Strafen diskutieren kann. Mit individueller Freiheit zu argumentieren, wirkt nicht mehr. Das sollte auch der Gesetzgeber einsehen, ebenso wie die Gesundheitslandesräte.

Parallel dazu hat man in Deutschland vor, zu einem generellen Impfcheck aufzurufen. Jeder soll überprüfen lassen, welche Schutzimpfungen er noch absolvieren müsste, um vor ansteckenden Krankheiten geschützt zu sein. Viele Menschen so das Gesundheitsminsterium in Deutschland, vergäßen auf die sogenannten Auffrischungs-Impfungen. Dabei könne man den aktuellen Status einfach abchecken.

Künftig sollen Impfungen auch verstärkt in Schulen und größeren Betrieben angeboten und durchgeführt werden. Nach dem Motto: man muss zu den Menschen gehen, am besten in ihrem Arbeits und Lernumfeld.

 

Die deutsche Ärztekammer hat sich ebenso wie die österreichische Ärztekammer für die Einführung einer Impflicht ausgesprochen, die meisten Gesundheitsexperten sind ebenso dafür. Und meinen, dass man radikale Impfgegner mit Aufklärung alleine nicht umstimmen könne, so verhärtet seien ihre Ansichten. Da bringt es auch wenig, wenn soziale Medien – von facebook bis you Tube – Impfgegnersites und -Messages löschen.

Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert und im Zeitalter der Digitalisierung tatenlos zusehen, wie Krankheiten, die längst ausgerottet schienen, plötzlich massenhaft wieder auftreten. Und es kann nicht sein, dass Erwachsene ihre Kinder aus ideologischen Gründen gefährden- nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch die Kinder von anderen. Hier muss der Gesetzgeber einschreiten.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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