Ambulanz-Ordinationen in den Krankenhäusern? Was im AKH funktioniert, könnte ausgeweitet werden.

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Seit einiger Zeit gibt es im AKH eine akutmedizinische Ordination. In dieser Akutordination werden Patienten behandelt, die durch einen Allgemeinmediziner effizienter betreut werden können, als in der AKH-Notfallambulanz. Dabei soll die Akutordination das Hausarztsystem nicht ersetzen, sondern ergänzen. Im Schnitt werden an einem Wochenendtag knapp 120 Patienten behandelt. Das heißt: hohe Patientenzufriedenheit und Entlastung des AKH-Notfall-Ambulanzdienstes.

Auch an der Kinderklinik herrscht ein ähnliches – von niedergelassenen Kinderärzten selbst organisiertes -System. Auch das funktioniert – vor allem an Wochenenden.

Ähnliche Modelle sind in Deutschland an unterschiedlichen Kliniken gang und gäbe und könnten auch in Österreich verstärkt angewandt werden. Mit dem Ärztefunkdienst steht eine funktionierende Infrastruktur im Hintergrund, zudem wird auch telefonische Erstauskunft angeboten, eine Hilfestellung, wohin man sich wenden kann und wo man sinnvollsten behandelt wird.

Es bedarf lediglich der Fantasie und des Mutes. Und vor allem aber, sollte es dafür mehr Geld geben – für die behandelnden Ärzte und deren Mitarbeiter. Und: Es müsste mehr Kassenstellen geben – vor allem im allgemeinmedizinischen Bereich.

Die Politik will das nicht gerne hören. Man will sparen und begreift nicht, dass man durch Sparen das System lediglich verkompliziert, ausdünnt und noch teurer gestaltet.

Den Sozialversicherungen scheint es bisweilen lieber zu sein, die Patienten in den stationären Bereich „abzuschieben“. Die Leistungen für die Krankenhausbetreiber sind ohnehin pauschalisiert, jeder ambulante Kassenpatient heißt weniger Ausgaben.

Das führt zu keinen positiven Ergebnissen. Auf der Strecke bleiben die engagierten Ärzte und vor allem die Patienten.

Was für Allgemeinmediziner gilt, gilt in Wien auch für verschiedene Fachärzte: Kinderärzte, Psychiater und Kinderpsychiater, aber auch Dermatologen und Gynäkologen. Das Resultat: lange Wartezeiten und steigender Unmut seitens der Patienten.

Gefragt sind: Kreative Lösungen, wie beispielsweise am AKH, mehr Kassenstellen und vor allem angemessene Honorare. Von der leider mangelnden Wertschätzung möchte ich gar nicht erst reden. Das grenzt an Zynismus.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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