Sehschwach und Brillenträger. Immer mehr Jugendliche leiden an Fehlsichtigkeit. Ursache: PC und Games.

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Studien aus China und Großbritannien schlagen Alarm. Österreichs Augenfachärzte können dem zustimmen. Die Zahl der kurzsichtigen 13 bis 16-Jährigen hat sich seit 2012 fast verdoppelt. In China  ist jeder dritte Studierende bereits Brillenträger. Bei 35 Prozent der britischen Jugendlichen muss eine Sehschwäche korrigiert werden: wenn es nicht schon zu spät ist.

Die durchschnittliche Zeit, die Jugendliche vor dem PC oder dem Screen des Smartphones verbringen, ist explosionsartig gestiegen. Zehn Stunden sind es im Schnitt,  dazu kommt die enorme Belastung durch die rasch wechselnden Bilder und kurzen Videosequenzen .

Außerdem steigt die Zahl der – vor allem männlichen – Hard Core Gamer pro Jahr um etwa 25 Prozent. Der Plafond ist noch nicht erreicht.

Gemäß der britischen Studie (Auftraggeber ist Scrivens) bezeichneten es 73 Prozent der Eltern aus „große Herausforderung“ ihre Kids weg vom Bildschirm zu bringen. Gefordert wird ein Zeitlimit, das die Eltern einstellen können. Ist es überschritten, geht nichts mehr. Bestimmte Betriebssysteme bieten diesen Service bereits an – er wird aber selten genutzt. Aufklärung tut Not.

Medizinisch gesehen können Fehlstellungen des Auges und Fehlsichtigkeit im späteren Kindes- und Jugendalter nicht mehr geheilt , maximal gestoppt beziehungsweise aufwändig korrigiert werden. Das Auge ist das einzige Organ, das bei Geburt voll ausgebildet ist. Deshalb wären regelmäßige Augenuntersuchungen bei Schülern auch dringend notwendig. Ebenso wie fundierte Aufklärung darüber, wie schädlich Screen-Abusus und Gaming-Abusus eigentlich ist.

Als Beispiel: die E-Sports Teilnehmer haben sich in zwei Jahren verdreifacht. E-Sport hat mittlerweile weltweit mehr Jugendliche Anhänger und Player als der konventionelle Fußball. E-Sportler sind im Schnitt 12bis 13 Stunden am Tag aktiv. Das hat Folgen: nicht nur für die Augen, auch für die Konzentrationsfähigkeit insgesamt und die Gelenke.

Nochmals: wir brauchen beste schulärztliche Versorgung an unseren Schulen. Regelmäßige Untersuchungen und deutlich mehr Aufklärung: das betrifft Gaming-Abusus und Binging-TV ebenso wie richtige Ernährung und natürlich Bewegung.

Das muss dem Staat etwas wert sein: eine gesunde Jugend. Letztlich sind diese Jugendlichen in ein paar Jahren Träger der Volkswirtschaft.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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