Ein Roboter für den Arztbrief? Künstliche Intelligenz (KI) soll Ärztebrief verständlicher und lesbarer machen. Für Ärzte.

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Arztbrief an Ärzte. Das soll künftig künstliche Intelligenz aufbereiten. Mehrere deutsche Universitäten und Unternehmen arbeiten daran. Ziel: Ärztebriefe – vor allem in Spezialfällen – sollten gezielt aufbereitet werden, sodass der empfangene Arzt auf einen Blick weiß, was zu tun ist, ohne seitenlange Informationen aufspüren zu müssen.

Bis zu 400.000 Arztbriefe fallen in großen Kliniken jährlich an. Die meisten betreffen banale Causen wie Erkältungen und Haushaltsunfälle. Daneben gibt es mehr und mehr Spezialfälle, die Hintergrundwissen benötigen. Diese sollten in Hinkunft durch künstliche Intelligenz, basierend auf Datenbanken, zielgerecht für die weiterbehandelnden Kollegen aufbereitet werden, beispielsweise mit Präzedenzfällen und Dokumentationen, die einfach anzuklicken sind, ergänzt.

Die Universitäten und Wissenschafter wissen, dass das eine Mammutaufgabe ist und es 20 Jahre dauern könnte, bis ein derartiges System perfekt ist . Sie vergleichen es mit der Suchmaschine Google, die ebenfalls Zeit benötigt hat, um jenes Wissen zu kumulieren, das heute jedem zur Verfügung steht. Und ohne dem der Alltag wesentlich schwieriger zu bewältigen wäre.

Warum ich das erzähle? Es solle demonstrieren, wie viel an Forschung auch in praktische Medizin investiert wird und wie heftig am Fortschritt gearbeitet wird, der letztendlich den Patienten zu Gute kommt.

Es ist nicht nur die Pharmaforschung alleine, oder die Medizintechnologie, ein Gebiet, dem Österreich nachweislich erfolgreich ist.

Wenn wir heute immer wieder von Sparen und von der Verteuerung des Gesundheitssystem reden so sollten wie bedenken, wie viel Milliarden an Investitionen in Forschung und Entwicklung gesteckt wird und wie sehr KI bereits in der Medizin Anwendung findet.

Mikrochirurgie, multikomplexe Maschinenanalyse, die durch künstliche Intelligenz angereichert wird, sind die ersten Schritte zu 1 zu 1 Medizin. Und die wird irgendwann einmal kommen.

Deshalb – und gerade deshalb – wird der Arztberuf nie überflüssig werden, denn erst dadurch lassen sich die generischen Qualitäten von Medizin erst stärken: zuhören, zuwenden, teilhaben.

Das sind die drei Schlüsselworte für Humanmedizin. Je mehr Zeit man dafür hat, umso besser werden die Heilerfolge sein. Natürlich mithilfe modernste Technologie und bester Medikamente.

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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