Impfpflicht muss kommen! Für alle!

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Es geht nicht um das Corona Virus, sondern um die Influenza-Welle, die Österreich gerade erlebt. Und über die bedenkliche Rückkehr von längst ausgerottet scheinenden Erkrankungen wie Masern, Kinderlähmung oder TBC. Wir können es uns nicht erlauben, aus falsch verstandener Toleranzideologie, gewissen Impfungen nicht verpflichtend vorzuschreiben oder sie an bestimmte Leistungen der öffentlichen Hand zu binden.

Jährlich sterben in Österreich mehr Menschen an Grippe als im Autoverkehr, die Anzahl an Masererkrankungen hat sich verdreifacht – Tendenz weiterhin steigend, wenn nichts geschieht.

In vielen Ländern ist es beispielsweise nicht möglich, ohne Impfnachweis zu studieren oder eine höhere Schule zu besuchen. Ebenso wie man sich impfen muss, wenn man eine staatliche oder kommunale Anstellung will. Und niemand regt sich auf, abgesehen von den wenigen Impflobbyisten, die mittlerweile selbst auf sozialen Plattformen wie Facebook oder YouTube verbannt und gelöscht werden. Selbst dort ist Verantwortungsbewusstsein eingezogen.

Angesichts der Bedrohungen durch Infektionskrankheiten ist es demnach nur schlüssig, legitim und längst an der Zeit, eine generelle Impfpflicht einzuführen. Zunächst einmal – und zwar sofort – für alle Gesundheits- und Sozialberufe und für alle Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, die mit Menschen zu tun haben – vom Straßenbahnfahrer bis zum Schalterbeamten.

Dasselbe gilt für die Inanspruchnahme des Mutter-Kind-Passes. Impfnachweis ist Voraussetzung für den Erhalt von Leistungen.

Das signalisiert auch der neue Gesundheitsminister.

In einem zweiten Schritt sollte dann die Impfpflicht kommen: zumindest für Kinder und Jugendliche und deren Eltern. Sonst werden wir die notwendige Durchimpfungsrate (etwa bei Masern) nie erreichen.

Sich auf Versorgungsprobleme bei Impfstoffen oder auf Recht des Individuums auf Entscheidungsfreiheit auszureden, ist zu wenig. Denn demgemäß dürfte es gar keine Verbote oder Gebote geben. Nicht einmal eine Straßenverkehrsordnung.

Denn noch immer gilt: Die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo sie den anderen in Mitleidenschaft zieht. Demokratie braucht Regeln und Normen.

Wer will letztendlich verantworten, dass tausende Menschen sterben nur weil man kein entsprechendes Gesetz veranlasst hat. Diese Frage sollten sich alle handelnden und politisch entscheidenden Personen stellen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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