Alles für die Erhaltung der Gesundheitsversorgung tun! Das ist Gebot der Stunde. Gesunde und einsatzfähige Ärzte brauchen wir.

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Leere Straßen, weitestgehende Reduktion der Sozialkontakte. Daran werden wir uns in den nächsten Wochen gewöhnen müssen. Das wichtigste ist Eindämmung der Virusexplosion, Sicherung der Gesundheitsstrukturen und Sicherung der medizinischen und pflegerischen Ressourcen. Es sollte nicht soweit kommen, dass Patienten, die im Spital liegen müssen nach Nachhause geschickt werden, wie etwa in Italien.

Deshalb: Keine Arztbesuche aus eigenem Antrieb, keine Besuche in Ambulanzen und Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Absolute stringente Hygiene-Maßnahmen und Vermeidung von nicht notwendigen Kontakten zu anderen.

Eine exponentiell ansteigende Verbreitungskurve können wir zwar nicht mehr vermeiden, aber zumindest stoppen oder abflachen.. Und darauf achten, dass das Gesundheitssystem elastisch genug ist, um alle Krisenfälle abzufedern.

Dazu brauchen wir gesunde Ärzte, gesunde Pflegekräfte und genügend Notfallbetten, Beatmungsgeräte und andere technische Einrichtungen. Der „Worst Case“ ist, wenn sich Mitarbeiter eines Spitals anstecken: Das Krankenhaus Hartberg in der Steiermark beispielsweise musste geschlossen werden.

Die Wiener Ärzte schreiben ihre Patienten in Zukunft via Telefon krank, für Rezepte wird eine unbürokratische Lösung gesucht. Unverständlich allerdings ist, dass die Bitte um Aufhebung der Kurzparkzone aus bürokratischen Gründen abgelehnt wurde. Ärzte und Pflegerinnen sollten in keinem Fall mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren – das Risiko ist zu hoch.

Jetzt müssen Bündelungen und Konzentrationen vorgenommen werden.

Der italienische Ex-Premierminister Renzi hat via Social Media alle Staaten aufgefordert, die Fehler Italiens nicht zu wiederholen und zu lange zu warten. Zeichen verantwortungsvoller Politik ist, jetzt zu handeln. Drakonisch. Die Solidarität der Menschen wird da sein. Und auch das Verständnis.

Wirtschaftliche Aspekte sind derzeit zweitrangig.  Jetzt gilt es, das gern verwendete Sprichwort ernst zu nehmen: Gesundheit geht vor allem anderen.

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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