Jetzt nicht über Bettenabbau spekulieren!!! Nach dem Lockdown scheinen die Ökonomen die Debatte führen zu wollen!So bitte nicht !

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Kaum sind Lockerungen da, spielt man wieder das alte Spiel: Abbau von Akutspitalsbetten, Rationalisierungen im Gesundheitssystem. Haben manche wirklich nichts gelernt? Nochmals: Medizin und Gesundheitssystem brauchen Redundanzen. In der Infrastruktur und auch beim Personal. Zumindest das sollte uns die Krise gelehrt haben.

Seien wir doch froh, dass wir in der Krise – bislang – medizinisch und versorgungstechnisch gut über die Runden gekommen sind. Wir hatten stets Spielraum bei den Intensivbetten und jetzt wird auch der „normale Krankenhaus- und Ordinationsbetrieb“ wieder hochgefahren. Was wir absolut nicht brauchen, sind vorzeitige Debatten über etwaige Systemmängel , über den Abbau von Betten.

Im Gegenteil: Es muss der Aufbau von Betten beginnen. Vor allem im Pflege- und postoperativen Bereich. Im Übrigen: die Pandemie und das Virus sind noch lange nicht verschwunden und Medikamente sowie Impfstoffe gibt es für eine Zeit lang  noch nicht.

Wir sehen in manchen Ländern, dass die zweite Welle kommt. Siehe Korea, wo man die Lockerungen teilweise rückgängig macht, siehe Singapur, aber auch Großbritannien, wo zumindest bis Juni das meiste geschlossen bleiben muss.

Wir dürfen absolut nicht leichtsinnig oder sorglos werden. Die Herausforderungen kommen noch, wenn die Gastronomie und einige Sportbereiche wieder öffnen – bis hin zu den Fitnessbetrieben. Wenn die Öffis wieder voll sind, sodass Abstandsregeln kaum einzuhalten sind.

Seien wir froh, dass wir ausreichend Redundanzen haben.

Denn eines ist sicher: Die Gefahr, dass es häufiger zu Pandemien kommt als bisher, besteht. Deshalb: Abstand halten. Nicht nur räumlich, sondern auch bei bestimmten ökonomiegetriebenen Diskussionen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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