Und wo bleibt das Ärztepaket? Verlustabgeltung für die niedergelassenen Ärzte, 15. steuerfreies Gehalt für Krankenhausärzte und Gesundheitsfachkräfte.

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Alle bekommen sie Zuschüsse, für alle gibt es Pakete: 500 Millionen für die Gastronomie, Härtefonds, Pakete für den Handel, die Friseure, die persönlichen Dienstleister. Aber nichts für die Ärzte, die bis zu 90% Einnahmenenausfall hatten, teilweise quarantänebedingt die Ordinationen schließen mussten. Für die Ärzte, die sich für ihre Patienten engagierten, die sich höchstem Risiko aussetzten, die wochenlang um Masken und Schutzanzüge riefen. Für die soll es nichts geben? Viele der KollegInnen befinden sich in schwierigen finanziellen Situationen.

Und die Krankenhausärzte, die bei enormen Risiko täglich ihre Dienste taten, die um Patientenleben kämpften, für die soll es nicht einmal eine Anerkennungsprämie geben? Obwohl die Politik stets behauptete, Gesundheit gehe über alles und „koste es was es wolle“. Blumige Worte allein sind zu wenig. Es braucht auch finanzielle Anerkenntnis.

Wir fordern die Regierung auf, denjenigen, die letztendlich die Hauptträger dafür  waren, dass die erste Phase der Corona Krise so erstaunlich gut bewältigt werden konnte, auch die dementsprechenden Abgeltungen zu bezahlen. Auch die niedergelassenen Ärzte mussten ihre laufenden Kosten bezahlen. MitarbeiterInnen, Mieten, und teilweise Rückzahlungen für teure Investitionen, nicht zuletzt zum Wohle der Patienten.

Die Säulen des Systems bleiben unbedacht. Gerade jetzt, wo der Normalbetrieb wieder allmählich hochgefahren wird, sind die Risiken für niedergelassene Ärzte besonders hoch: Die Ansteckungsgefahr ist noch lange nicht gebannt, die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für die Ordinationen kosten auch Geld, Patientenstaus müssen aufgearbeitet werden, Hausbesuche sind zu machen – für die es übrigens lächerlich geringe Honorare gibt.

Deshalb: rasch finanzielle Unterstützung für niedergelassene Kassenärzte und Wahlärzte, und gleichzeitig ein 15. Steuerfreies Gehalt für jeden Krankenhausarzt.

Das ist weder überzogen noch egoistisch, sondern mehr als gerechtfertigt, denn dafür zu zahlen, dass man unter widrigen Umständen die Gesundheitsversorgung noch dazu unter hohem persönlichem Risiko der Ansteckung, kann von niemandem erwartet werden.

 

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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