Corona-Genesene: Jetzt Plasma spenden! So kann man Leben retten. Appell an Solidarität.

 901 total views,  25 views today

35 schwerst erkrankte Corona positive Patienten konnten mittels Blutplasma von bereits erkrankten und bereits genesenen Corona-Infizierten behandelt werden. Da es derzeit weder  valide  und  verlässlich wirksame Medikamente noch eine Impfung gegen Corona gibt, ist das Blutplasma das einzige probate Mittel, um schwere Erkrankungen zu heilen oder den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen.

Jetzt ist Solidarität gefragt. Das Plasmaspenden ist weder gesundheitsgefährdend noch aufwendig, sowohl das Rote Kreuz als auch das AKH sowie die Universitätskliniken in Graz, Innsbruck und Salzburg führen diese Plasmaabnahmen durch. Auch die Firma Takeda sammelt Plasma, um daraus ein Medikament zu erzeugen.

Der Vorteil: Plasma kann tiefgekühlt werden und ist drei Jahre lang haltbar. So kann man  ausreichend Reserven aufbauen, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Patienten, die an Corona erkrankt und genesen sind, entwickeln Antikörper, die nach einer Plasmaspende an lebensgefährlich Erkrankte weitergegeben werden können.

Knapp 16.500 Menschen sind in der Zwischenzeit genesen. Wenn nur ein Zehntel davon spendet, können nahezu 2000 Plasmainfusionen vorbereitet werden.

Die aktuellen Statistiken zeigen auf: Das Virus kommt wieder. In Korea ist die zweite Welle bereits mit voller Massivität ausgebrochen, täglich werden weltweit neue Rekordzahlen an Erkrankten gemeldet. Die Pandemie wird uns noch eine Zeit lang begleiten – und bedrohen.

Da es weder Medikamente – verlässliche und sichere – noch Impfstoffe gibt, kann man nur vorsorgen. Und sich an die drei Grundsätze halten: Abstand halten, nicht notwendige Kontakte vermeiden und Hygienemaßnahmen intensivieren.

Jetzt beginnt die Reisezeit – damit erhöht sich die Gefahr von lokalen Hotsopots und regionalen Ausbrüchen. In Deutschland soll beispielsweise in bestimmten Regionen bereits wieder ein Lockdown verordnet werden. Und in Österreich weisen drei Bundesländer eine Reproduktionsquote von über 1 aus. In Bayern ist die Zahl der Erkrankten pro 100.000 Einwohner bereits über die 50 Personen-Grenze gestiegen – das bedeutet Verordnung von Einschränkungen, die eben erst gelockert wurden.

Wir müssen alles tun, um in Österreich die Reproduktionszahlen unter 1 zu halten und ein Wiederausbrechen der Epidemie zu verhindern. Und wir müssen alles tun, um schwer Erkrankten zu helfen. Diejenigen, die an Corona erkrankt waren und wieder genesen sind, haben es in der Hand, Leben zu retten.

 

Deshalb ein Appell an Politik und Gemeinde – Kommunizieren. Zum Spenden aufrufen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

Kommentar verfassen