Elektronisches Rezept-auch in Zukunft! Entbürokratisierung -und Zuschüsse für It-Aufrüstung.

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Etwas hat in der Corona-Krise perfekt funktioniert: das elektronische Rezept. Eine Erleichterung für Ärzte und für Patienten. Die Möglichkeit, elektronische Rezepte mit der Krankenkasse zu verrechnen, sollte auch in Zukunft bestehen. Insgesamt: in bestimmten Bereichen sollte man Telemedizin durchaus ausweiten. Und Ärzten Zuschüsse geben, die in E-Medizin investieren.

Überlegungen gibt es viele: Erstberatung und -Diagnose via Skype oder andere Videosysteme, elektronisches Alerting – beispielsweise für Kontrollbesuche oder Therapietermine – , elektronisches Krankschreiben von Patienten – ein heikles Thema, das man zumindest diskutieren sollte – . Insbesondere in der Kinderheilkunde hat sich in Corona-Zeiten die Tele Medizin bewährt. Man muss kranke Kinder nicht einem zusätzlichen Ansteckungsrisiko aussetzen.

Ärzte hätten mehr Zeit, sich den Patienten zu widmen, Infizierungsrisiken bei Ärzten und Patienten sinken, der Verwaltungskram wird vereinfacht. Und den Apotheken kann es gleichgültig sein, ob der Patient mit einem elektronischen Rezept oder einem QR-Code kommt satt mit einem physischen Zettele.

Das es dabei kein aut idem geben darf, ist ohnehin klar. Daran darf auch in Zukunft nicht gerüttelt werden.

Mehr als 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung nutzen Smart Phones und selbst die älteren Menschen sind mit Skype oder facebook, allein schon auf Druck der Enkel und Bekannten vertraut.

Wenn man noch dazu die Ordinationen mit modernen Videokonferenzsystemen ausstatten würde, die hochauflösliche Bilder übertragen können – zum Beispiel auch Fotos von lädierten Körperteilen oder Entzündungsstellen – könnten viele Besuche in Ordinationen wegfallen.

Voraussetzung: Starke Breitbandverbindungen in den Ordinationen, und Zuschüsse für die Ärzte. Die Stadt Wien ist aufgerufen. Ordinationen sollten prioritär an Glasfaser oder breitbandigen Funk angeschlossen werden. Das betrifft auch Zuschüsse für Hardware und Software.

Die Ärztekammer könne Schulungen veranstalten. Da wäre nur eine Konsequenz, die man jetzt schon aus Corona zeihen könne.

Denn etwas ist gewiss: Die zweite oder dritte Welle wird kommen,  es wird regelmäßig zu Hotspots kommen, die zu lokalen oder regionalen Quarantänen führen. Vorsorge tut not. Auf allen Ebenen.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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